Sonntag, 14. November 2010

Die zwei Gesichter China's

Volksrepublik China. Jeder kann mit dem Namen dieses Landes etwas anfangen – aber was verbirgt sich hinter dem viertgrößtem Land der Erde?
Zunächst ein Zahlenspiel:

Mit einer Größe von 9.571.302km² passt Deutschland fast 27 mal in China rein! Damit ist dieses Land so groß wie komplett Europa bis zum Ural!

1.321.851.888 Menschenleben in China – um es ausgeschrieben auszudrücken – oha wie schreibt man eigentlich diese ungeheure Zahl? OK – machen wir es etwas einfacher 1,321Mrd.!! Deutschland ist dabei immer noch dichter besiedelt! Wo dran das liegt? Man schaue sich einmal eine Landkarte an, man wird entdecken – wow da gibt es riesige Wüstengebiete, wie z.B. die Taklamakanwüste, welche die zweitgrößte Sandwüste der Erde ist. Außerdem im Westen Chinas Hochgebirgsketten: Himalaya, Tianshan, Pamir sowie das Hochland von Tibet!

Allein mit diesen Gebieten hat man große Landesteile, die quasi unbewohnbar sind.

Deshalb hat man berechtigter Weise das Bild vom dicht besiedeltem China im Kopf.

Und aus diesem Grund können wir die Zahlen wieder drehen ;) China ist das bevölkerungsreichste Land der Erde und viele der Regionen sind die am dichtesten besiedelten der Erde. Dies ist für das Wildcamping teilweise eine enorme Schwierigkeit....


Aufgrund von Problemen mit Überbevölkerung im Land geht die Regierung Wege, welche Weltweit einmalig sind und im In- als auch im Ausland für Diskussionen sorgen, wobei ich von der ein-Kind-Politik rede....

Aber genug von Zahlen - Willkommen auf dem Planeten China. Ein Reisebericht.


Nach den sogenannten „tan-Ländern“ fahre ich mit meinem Radl in die Volksrepublik. Moment – Fahrrad? Nein sagen wir besser Raumschiff, denn ich bin das erste Mal in kein anderes Land gereist, sondern auf einen anderen Planete
n – so kommt es einem auf jeden Fall vor.

In China scheint einfach alles anders zu sein. Alles schwieriger als zuvor. Vor allem die Kommunikation bereitet hier enorme Schwierigkeiten.

Und so lande ich zwei Tage nach dem Grenzübertritt in der westlichsten großen Stadt Kashgar. Kaum komme ich ins Youth Hostel in der Altstadt, welche derzeit komplett zerstört wird, um große und moderne Gebäude zu bauen, treffe ich dort auch gleich einige mir bekannte Radfahrer wieder. Rooi mit dem ich einige Tage in Tadjikistan zusammen gefahren bin, sowie Aziza und Jorma, die ich seit Iran immer wieder treffe.

Nach einiger Zeit radle ich zusammen mit Rooi, Holger, Aziza und Jorma zusammen den chinesischen Teil des Karakorum Highways. Kurzfristig überlegte ich meine Route zu ändern und nach Pakistan, Indien und Nepal zu fahren – ich blieb dann aber doch bei der ehemaligen Route. Nur dass ich erstmal nicht mehr allein reise – aus der Idee mit den beiden Holländern zusammen zu reisen wird, dass wir mehr als zwei Monate zusammen unterwegs sind. Mit den beiden habe ich sehr gute Freunde gefunden.


Und es geht mit ihnen von Kashgar bis nach Xin'Ing, wo sich unsere Wege wieder trennten, wenn auch nur kurzzeitig...


Wir beschlossen in Kashgar zusammen, dass wir nicht durch die ganze Taklamakanwüste radeln werden. Das allein würde mindestens 4 Wochen dauern. Nochmal 4 Wochen Wüste um dann spät in den Bergen zu sein – „Nein Danke!“

Damit begann für uns ein neues Abenteuer – zusammen mit Holger mit dem Schlafbus bis nach Urumchi.

Urumchi ist eine interessante Großstadt und gleichzeitig der Ort auf der Erde, der am weitesten vom Meer entfernt ist - furchtbar so ein Gedanke, wenn man schon so lange kein offenes Wasser mehr gesehen hat. Das Youth Hostel war auch relativ interessant – es roch relativ extrem nach totem Fisch roch und das bisher dreckigste Hostel war – aber immerhin hatten sie unbeabsichtigte Haustiere. Nämlich Ratten... Aber direkt im nächsten Haus war das wohl teuerste Einkaufszentrum der Stadt, indem es super Kaffee gab – nach laaanger Zeit endlich mal wieder.

Der „Peoples Park“ war auch relativ spannend. Alles komische, verrückte und ungewöhnlich, was man sich irgendwie nur vorstellen kann, passiert in diesem Park.

Es gibt Kurse für schwangere Frauen, Kurse in denen Menschen lernen, wie man sich „richtig“ die Hand gibt, Sport und viel Musik und Tanz.


Viele Kinder liefen auch rum in diesem Park. Windeln haben sich in China noch nicht wirklich verbreitet. Aber es wurde eine sehr praktikable und etwas ungewöhnliche Lösung für diese Art von Geschäften gefunden: Die Kinder tragen Hosen, welche im Schritt einfach offen sind. Und so landet alles, was nicht in der Hose landen soll einfach überall. Ein sehr ungewöhnliches Bild, aber man gewöhnt sich dran.

KTV ist ein Begriff, um den man nicht herum kommt, wenn man in China reist. Karaoke. Oh mein Gott...

Als Reisender muss man natürlich jeden Blödsinn ausprobieren und so landen wir in Urumchi mit einer kleinen Gruppe das erste Mal in einem KTV. Zugegeben – wir hatten eine Menge Spass. Besonders die Videos, die zu den Lieder gezeigt werden sind – sagen wir mal gewöhnungsbedürftig.

So kam z.B. bei dem Song „All by myself“ Jesus am Kreuz....


Wir fanden dann auch noch heraus,

dass in diesen kleinen Räumen vom KTV, welche man sich mietet auch als günstiges „Hotelzimmer“ genutzt werden – zwar nicht zum schlafen aber halt für andere Dinge. Deswegen wird an den Räumen vom Personal immer freundlich angeklopft, bis eine Antwort kommt, dass sie eintreten dürfen....


Von Urumchi ging es mit dem Schlafzug nach Liuyuan – wo wir dann endlich wieder anfingen Rad zu fahren um zunächst nach Dunhuang zu fahren.


Aber davon lest ihr im nächsten Teil ;) Fortsetzung China folgt.

Mittwoch, 10. November 2010

twitter

Das Leben geht weiter. Ab jetzt kann manmir auch noch bei twitter folgen.
Viel Spass dabei, mich bei meiner Reise zu begleiten!!
KLICK!!

Sonntag, 31. Oktober 2010

Tajikistan 2010

6 Wochen, über 1000km, unzählige Höhenmeter, traumhafte Berglandschaften und vor allem unwahrscheinlich gastfreundliche Menschen!!!
Aber ihr seit nur einen KLICK von TAJIKISTAN entfernt! ;)

Viel Spass!

Montag, 20. September 2010

Spot Nachrichtensignalgeber

In dem Paket, welches ich über 1000 Umwege doch noch aus Deutschland bekommen habe, war unter anderem ein GPS-Signalgeber. Damit kann man immer genau meine letzte Position sehen, die direkt auf googlemaps übertragen wird. Außerdem hat das Gerät einen SOS Knopf. Sprich wenn im Notfall die SOS Taste drücke geht automatische eine Nachricht an ein europäisches Unternehmen, die dann genau meine Position weiß und dann den örtlichen Rettungsdienst alamiert. Ich hoffe diesen Knopf werde ich nicht brauchen...
KLICK hier für weitere Infos über den Spot

Klick hier für meine aktuelle Position!

Freitag, 17. September 2010

Travel together - 5 Radfahrer 5 Tage auf dem Karakorum-Highway!

That is the „chinese way!“

Ein paar Tage nach meiner Ankunft in Kashgar begebe ich mich mit 4 anderen Radlern in Richtung Pakistan. Wir wollen den chinesischen Teil des Karakorum-Highways radeln! Eine der beliebtesten und wohl schönsten Radfahrerstrecken der Welt!

Zusammen mit Aziza, Jorma, Holger und Rooi geht es am 25.8. mit einem gemieteten Pick-up nach Tashkurgan. Von dort aus wollen wir dann zurück nach Kashgar radeln und wir haben die Hoffnung, dass dann unsere Pakete, auf welche wir alle warten angekommen sind.
Wir werden morgens von unserer Fahrerin abgeholt. Mit 6 Leuten auf 5 Plätzen – über 300km. Aber ich habe schon schlimmeres überlebt und es soll eine extrem witzige Fahrt werden.

Wir sitzen gerade 30 Sekunden im Auto und unsere Fahrerin (wir haben sie Darling getauft) ist gerade am wenden, höre ich Holger sagen:“She is a really good driver!“.
Rund zwei Sekunden später würgt sie den Wagen ab...
Auch in China ist es verboten mit mehr Leuten im Auto zu fahren, als Plätze verfügbar sind – was aber nicht heißt, dass es nicht möglich ist - trotz der vielen Polizeicheckpoints. Der „chinese way“ machts möglich. Alles was hier ungewöhnlich und sehr anders ist, als in unseren Kulturkreisen ist für uns der „chinese way“ und es sollen viele kommen ;)
Nach rund 15km fragt Darling uns, ob wir eine Pause machen wollen. Ähmm NEIN! Na das kann ja was werden. Die Tatsache, dass sie kein Wort Englisch spricht macht das Ganze nicht einfacher! Also – weiter geht’s! Wir wollen in die Berge! Und dann kommt er – der erste Polizeicheckpoint. Darling gibt Aziza zu verstehen, dass sie auf „Tauchstation“ gehen soll, sodass man eben nur 5 Leute im Auto sieht. Und tatsächlich – ohne Probleme fahren wir durch die Kontrolle.

Was uns zwangsläufig immer wieder zum Lachen bringt sind so ein paar Eigenarten von Darling. Ein Beispiel: Es ist gerade (ausnahmsweise) mal relativ ruhig im Auto. Plötzlich wird die Stille gebrochen – mit einigen Dezibel – ich vergleiche es mal mit einer Motorsäge zieht Darling alles was sie in ihrer Nase hat hoch – ganz kurz Stille, sie kurbelt das Fenster runter und spuckt alles was sie nun die Zeit über im Mund hatte raus – auch dies mit einer ungeheuerlichen Lautstärke! Wie gesagt – auch dies ist der „chinese way“. Es ist mir noch immer unverständlich, wie es möglich ist das mit einer solchen Lautstärke zu praktizieren. Aber immerhin hat sie es nicht runter geschluckt. Damit ist die Stille dann wieder gebrochen, da wir alle lachen müssen und versuchen dies mit Gesprächen zu verstecken – es entstehen aber mehr Witze über diese Praxis... Und so gestaltet sich die Fahrt bis nach Tashkurgan recht unterhaltsam, denn dies ist nur eine Eigenart. Der Musikgeschmack war auch etwas – naja, reden wir nicht weiter drüber ;)

Bald kommt eine Zwangspause: schon von weitem sehen wir eine ungeheuer lange Schlange von Fahrzeugen: Militär, Polizei, LKW's, Busse, Autos. In einiger Entfernung ist eine Steinlawine runter gekommen und hat die Straße verschüttet. Als wir ankommen sind aber schon 2 Bagger dabei, die Straße frei zu räumen und so geht es doch schon nach rund 30 Minuten weiter.
Nun bekommen wir Hunger – wir halten bei einer Yurte, wo wir dann essen. Diese Pause dauert rund 1,5Stunden, da alles frisch zubereitet wird – hätten wir das mal früher gewusst...
Letztendlich kommen wir aber am späten Nachmittag in Tashkurgan an!

Tashkurgan – es bleibt spannend. Wir lernen hier einige Spezialitäten der chinesischen Küche kennen. Zunächst wollen wir aber im Hotel einchecken. Zugegeben – viel Englisch spricht die nette Dame an der Rezeption nicht! Dass einzige was sie zu uns sagt, oder besser brüllt „PAY NOW!!“. Damit haben wir die „Pay Now Lady“ getauft ;)
Nun gut nach dieser netten Begrüßung wollen wir nun ins Restaurant – wir haben Bärenhunger! Nach kurzer Zeit haben wir ein nettes, kleines Restaurant gefunden. Die kulinarischen Genüsse – ähm Moment wir streichen schnell Genüsse. Es war mehr ein Abenteuer. Wir wissen bis heute nicht genau, was wir da eigentlich genau gegessen haben...
Was allerdings definitiv dabei war ist folgendes:
Darm, verfaulte Enteneier, Zunge und einige Innereien.... Das hat man davon, wenn man einfach Blind von der Karte bestellt! Das mach ich sicher nicht nochmal. Am nächsten Tag haben wir dies um einiges intelligenter angestellt. Ab jetzt gehe ich in die Küchen und zeige, was ich haben will!! Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat das auch ganz gut geklappt. Das Restaurant haben wir dann übrigens auch gewechselt ;)

Nach zwei Nächten in dieser nichtssagenden Stadt wollen wir nun starten: der Karakorum Highway wartet auf uns! Back to Kashgar!

Rest folgt ;)....

Donnerstag, 16. September 2010

Kurzinfo

Hallo ihr Lieben - hier kommt mal wieder eine kleine Kurzinfo!
Ich bin gestern in Donhuang angekommen. Nach zwei Tagen Radfahren in der Taklamakanwüste. Ich bin inzwischen nicht mehr allein unterwegs - ich radel nun mit den zwei Holländern Aziza und Jorma zusammen! Die beiden sind wirklich klasse und wir haben viel Spass zusammen!! Heute müssen wir - mal wieder ein paar organisatorische Sachen erledigen wie z.B. unsere Visa verlängern lassen. Ich hoffe das geht problemlos.
Was hier in Donhuang in den nächsten Tagen auf uns wartet:
- Kamelreiten, vermutlich ein "Nachtritt"
- Sanddünen surfen (Die Sandünen hier sind bis zu 1700m hoch!! absoluter Wahnsinn!! und unser "international youth hostel liegt direkt an den Dünen!!!)
- immer mal wieder essen gehen ;)
- Reiseroute planen
im Prinzip "aktives Erholen"

Die Bilder und Berichte folgen dann...

Alles Liebe, Tobias