Mit Klick aufs Bild kommt ihr zu den Bildern! Am besten oben auf Diashow klicken - macht am meißten Sinn! Viel Spass!Sonntag, 12. September 2010
Freitag, 3. September 2010
Aktuelles
mittlerweile in China (Kashgar) angekommen warte ich hier nun seit rund einer Woche auf Post aus Deutschland, um meine Reise fortsetzen zu können. Aber immerhin gibt es hier sehr gutes Essen und freien Internetzugang ;)
Damit habe ich nun endlich mal ein bisschen Zeit zu arbeiten - immerhin ein bisschen was habe ich schon geschafft.
Von Tadschikistan wird es keinen Reisebericht in der Form geben - ich arbeite an einem Video, bin aber derzeit noch dabei mich in ein neues Programm einzuarbeiten.
Nach Tadschikistan hatte ich nun letzte Nacht wieder einen kleinen gesundheitlichen Rückfall, aber es geht mir schon wieder sehr viel besser!
Meine Reise werde ich mit zwei Niederländern - Jorma und Aziza sowie einem Deutschen - Holger fortsetzen. Mit den dreien und einem Radfahrer aus Israel, habe ich gerade schon eine kleine Tour gemacht. Von Kashgar sind wir mit einem Auto bis nach Tashkorgan gefahren, um von dort mit den Rädern den Karakorum-Highway zurück nach Kashgar zu fahren.
Im Dezember werde ich in Thailand mit großer Wahrscheinlichkeit auf meine zwei besten Freunde Ole und Yannik treffen.
Soweit von den News ;) Alles Liebe aus Kashgar, Tobi
Usbekistan





The shitty story from central asia... more less 10 days on the toilet.. enjoy ;)
Mein erster Tag in Usbekistan beginnt mit Robb, Anja und Benny – drei anderen Radfahrern, welche ich an der Grenze treffe. Schon zwei Kilometer nach der Grenze beschließen wir gemeinsam an dem kleinen Fluss zu bleiben. Wir kochen, bauen die Zelte auf, unterhalten uns noch eine Weile, ich gehe in dem schlammigem Fluss noch baden, bevor wir dann schlafen gehen.
In der Nacht wachen wir auf, da wir noch „Besuch“ von zwei Soldaten bekommen – die schauen, was wir da machen. Sie sind unglaublich laut sind aber noch rund 10 Minuten dann wieder weg. Grund dafür wird wohl gewesen sein, dass wir gerade einmal zwei Kilometer nach der Grenze unsere Zelte aufbauten, was eigentlich nicht gestattet ist...
Am nächsten Tag soll es nun los gehen – das erste Mal auf meinem Trip, dass ich mit anderen Radlern zusammen fahre – ich bin gespannt, wie dass wird. Das erste „Ziel“ in Usbekistan ist die alte und sehr schöne Stadt Bukhara.
Wir radeln nur wenige Kilometer bis wir in eine kleine Stadt kommen, in der gerade ein Markt ist. Natürlich kaufen wir hier ein bisschen was ein – unter anderem zwei Melonen. Es soll die beste Wassermelone werden, welche ich jeh in meinem Leben gegessen habe! Nach dieser langen Pause radeln wir weiter – ich genieße es mich mal wieder unterhalten zu können und auch ein bisschen längerfristige Gesellschaft zu haben. Wir beschließen 30km vor Bukhara unsere Zelte aufzuschlagen – auf der Terrasse von einem kleinen Restaurant. Der Besitzer des Restaurants hatte an diesem Tag Geburtstag und wir waren selbstverständlich eingeladen – was nicht unbedingt was gutes bedeutet – Geburtstagsfeier=Wodka und unser Gastgeber achtet stark drauf, dass wir nicht verdursten und so wird dies ein langer und netter Abend.
Und so fahren wir am nächsten Tag ein bisschen später los als wir eigentlich wollten, kommen dann aber sehr gut in Bukhara an. Am Nachmittag bin ich mit Benny in der Stadt – unser Auftrag ist ein Internetcafé zu finden ;) Als ich in das Internetcafé reinkomme höre ich nur:“ Heeej Tobi nice to meet you again...“ Ich treffe wieder auf Aziza und Jorma – die beiden Radler aus den Niederlanden, welche ich schon im Iran getroffen hatte. Eigentlich wollten die beiden gerade weiter fahren – bleiben dann aber noch eine Nacht und wir verbringen den Abend und das nächste Frühstück zusammen. War mal wieder super nett!
Und hier in Bukhara soll es nun los gehen – mein bester Freund wird die Toilette! Fast jeden erwischt es in dieser Stadt. Und meine Magenprobleme beruhigen sich bis nach Tadschikistan nicht wirklich. Dennoch versuche ich das Beste draus zu machen und schaue mir die Satdt – soweit wie möglich an. Außerdem lasse ich mein Fahrrad bemalen. Mein Rahmen ist nun geschmückt mit zwei Kamelen und zwei Männern – sehr schick.
Nach ein paar Tagen mache ich mich dann – trotz meiner gesundheitlichen Probleme auf den Weg nach Samarkand – 300km – und es geht mir wirklich! Schlecht, habe aber keine andere Wahl, weil ich schon bald das Land Dank meines Visums verlassen muss. Von den 300km fahre ich aber nur 100 selbst, die restlichen 200 habe ich mit LKW's zurück gelegt – sonst hätte ich es wohl nicht geschafft. An einem Polizeicheckpoint werde ich von den Polizisten zum Essen eingeladen und eine originale Pfeife bekomme ich auch noch geschenkt. Damit bin ich stolzer Besitzer einer Pfeife der usbekischen Polizei – sehr cool!
Angekommen in Samarkand sehe ich in dem dortigen Hotel im Innenhof zwei Fahrräder, welche mir sehr bekannt vorkommen – natürlich die Holländer.
Abgesehen von den beiden, treffe ich noch auf viele andere Reisende. Es werden ein paar lustige Tage – mit dem blöden Beigeschmack der unsauberen Toilette...
Am. 13.Juli muss ich nun aber aufbrechen – vollkommen egal was kommt, weil das mein letzter Tag vom Visum ist. Recht spät starte ich an diesem Tag in Richtung Tadschikistan. Ich habe nur ein Ziel und das ist über die Grenze kommen, von dort in die erste Stadt und mich in ein Hotel einmieten. Aber die Magenprobleme sollen hier nun bald besser werden.
Donnerstag, 2. September 2010
Turkmenistan - 5 Tage in Eile
Wüste, Hitze und unglaubliche Gastfreundschaft
Turkmenistan – nur 5 Tage um das Land einmal von Süd nach Nord zu durchfahren. Schuld ist das Transitvisum. Das bedeutet für mich jeden Tag etwas mehr als 100km Radfahren. Eine Pause darf ich mir nicht erlauben und Zeit um sich etwas anzugucken habe ich auch nicht. Es gibt aber eh nur Wüste...
Los geht’s! Nach der Grenze von Iran zu Turkmenistan frag ich mich schon recht früh was ich hier eigentlich mache – noch 5 Tage Wüste und Gegenwind. Letztendlich werde ich Turkmenistan aber sehr genießen! Die Menschen empfinde ich als die bisher gastfreundlichsten meiner Reise. Schon am ersten Abend nehme ich eine sehr nette Einladung in einer Familie an. In einem sehr schönen Innenhof wird Essen und trinken serviert. Bis spät abends sitzen wir noch dort und unterhalten uns. Eine Nachbarin in meinem Alter kommt auch noch dazu, wodurch die Kommunikation etwas einfacher wird, da Sie die einzige ist, die Englisch spricht.
Mit zwei jungen Männern fahre ich noch in die Stadt, weil die Familie sich die Fotos, welche wir zusammen gemacht haben ausdrucken lassen wollten. Der Fotograf machte mit mir und seinen Mitarbeitern noch ein Foto zusammen und schenkte es mir eingerahmt. Natürlich habe ich mich sehr gefreut, den Rahmen allerdings habe ich bald in einem Hostel gelassen, den kann ich nun wirklich nicht mitschleppen, ich hoffe jemand anderes freut sich drüber...
Am nächsten Tag soll es nun nach dem Frühstück weiter gehen. Ich fahre nur bis zur Mittagszeit, da es mir in der Wüste sonst einfach zu heiß wird. Es ergibt sich eine Einladung bei ein paar Feldarbeitern. Und so verbringe ich den Mittag mit ihnen in einem kleinen Häuschen, in dem es angenehm kühl ist.
Mein Tagesablauf soll sich hier ein wenig ändern. Ich stehe jeden Morgen gegen drei oder vier Uhr auf und fahre bis 10. dann suche ich mir ein Platz, wo ich entspannen kann und ab 17 Uhr fahre ich wieder los und dann bis 10 Uhr abends – ansonsten ist es einfach zu heiß.
Auch diesen Abend wieder eine Einladung! Und so schlafe ich wieder bei einer Familie. Da ich an diesem Tag so viele Kilometer gemacht habe, verbringe ich noch den Tag mit der Familie und verabschiede mich von ihnen um 17 Uhr...
Die Fahrt durch die Wüste ist relativ langweilig – dennoch ich bin immer wieder begeistert von den Menschen. Viele Auto- und LKW-Fahrer halten an, wenn sie mich sehen – geben mir essen und vor allem WASSER! Echt toll und extrem hilfreich für mich. Wirklich toll!
Die Grenze nach Usbekistan überquere ich dann zusammen mit drei anderen Radlern. Ein Pärchen aus Polen und ein Engländer in meinem Alter.
Für mich gibt es an der Grenze – wie solls anders - sein mal wieder Probleme.
Problem eins: „Gesundheitscheck“ beim Arzt – ich habe Fieber und damit lassen sie mich nicht über die Grenze – auch wenn ich mich bestens fühle. Nach 10 Minuten lasse ich noch einmal meine Temperatur messen und ich habe wieder normale Temperatur – kann mir das mal jemand erklären? ;)
Naja und bei der Gepäckkontrolle mal wieder das Übliche – Teddy Plov wird zig mal gecheckt und mein Zelt darf ich auch mal wieder auspacken. Letztendlich habe ich aber den Stempel und darf nach Usbekistan!! Es kann weitergehen...
Dienstag, 31. August 2010
IRAN





Iran: „It's a prison but a really nice one“
Anfang Juni komme ich nun in Iran! Die Spannung wächst! Viel weiß man ja nicht über das Land. Das soll sich während meiner Reise in diesem wunderbarem Land aber ändern.
„Iran – bist du wahnsinnig? Das ist doch gefährlich!“
„Kannst du das nicht umfahren?“
„Da laufen alle Frauen mit diesen schwarzen Burkas rum!“
„Da war ein Anschlag in Teheran!“
„Islamisten!!“
„Al-Quida“
…..
Lieben Dank an dieser Stelle an die mediale Berichterstattung!! Schön was die Menschen in Deutschland oder besser Europa für ein Bild über den Iran haben! Aber nun gut - positive Nachrichten lassen sich halt schlecht verkaufen. Die Menschen die dort Leben wissen dies auch genau, was viele „westliche Menschen“ für ein Bild von ihrem Land haben!
An der türkisch-iranischen Grenze schlafe ich im LKW eines Iraners. Nach dem Frühstück – welches sehr sorgfältig zubereitet wurde schiebe ich mein Fahrrad an die Grenze. Vorbei an den ganzen wartenden LKW's. Eine kilometerlange Schlange!! Die Abfertigung an der Grenze dauert wohl recht lange...
Nun gut. Zugegeben - etwas aufgeregt bin ich bei diesem ersten „richtigen“ Grenzübertritt. Die Beamten sind aber alle nett zu mir und der Papierkram und die Stempel sind schnell erledigt. Mein erstes Ziel heißt Mashhad – direkt hinter der Grenze. Ich checke dort in einem kleinen, schäbigen Hotel ein – immerhin krabbelt nichts in meinem Zimmer. Der Blick aus meinem Zimmer ist eine einzige Mülldeponie – die Leute werfen einfach alles aus dem Fenster.
Lange hält es mich nicht in dem Hotel und so erkunde ich ein wenig die Stadt. Es dauert nicht lange, bis ich einen „Guide“ gefunden habe, der mir auch noch die alte Stadt zeigt, welche in den Bergen ist. Absolut schön. Sehr freundlich hilft er mir mit allem, erzählt mir viel über Religion, Politik, Lebensweise.... Am Abend – ich bin gerade ein paar Minuten im Hotel und wollte gerade duschen, da kommt der LKW-Fahrer von der Grenze und will mir seine Stadt zeigen. In einem alten Jeep aus den USA geht es in die Berge. Das wir dann später im Dunkeln noch abgeschleppt werden mussten konnte ja keiner ahnen – bei dem zuverlässigen Auto, welches schon vor dem Hotel nicht ansprang... Den LKW hatten wir auch schon zusammen repariert. Meinem Duck-Tape sei Dank, dass der Benzintank nun vermutlich noch immer geflickt durch die Welt fährt.
Das schönste finde ich aber, dass der gute Mann, der von anscheinend allen Sprachen der Welt ein paar kleine Brocken spricht und die dann einfach alle zusammenmischt immer sagt:“Ahhh Truck never problem!“ „Jeep never problem, Jeep gut!“ Und – als er uns im iranischen Verkehr fast umgebracht hat und ich ernsthaft um mein Leben bangte – und das ist tatsächlich mein Ernst! Meinte er, nachdem ich ihm verständlich gemacht habe doch ein bisschen langsamer zu fahren: „Iran never problem, Iran Polizei schlecht, Deutschland Problem – Polizei gut, Polizei Deutschland Problem...“ Irgendwann hat er dann verstanden, dass er nicht wegen der Polizei langsamer fahren soll...
Dank der Abschleppaktion in den Bergen komme ich erst sehr spät im Hotel an und kann am nächsten morgen endlich ein neues Land entdecken.
Mein nächstes Ziel ist Tabriz, wo ich schon eine Schlafmöglichkeit mal wieder durch Couchsurfing habe. Auf dem Weg dorthin habe ich viele interessante Begegnungen mit Menschen. Viele Unterhaltungen, Einladungen etc. Schnell bekomme ich mit das die meisten Iraner wohl nicht wirklich zufrieden mit ihrer Regierung sind.. Die Menschen sind alle unglaublich! Gastfreundlich ich bekomme immer wieder Einladungen, mir wird immer wieder zugewunken.
Auch wird mir von ein paar Iranern gesagt, dass ich in Deutschland erzählen soll, dass ihr Land nicht so schlecht ist! Dies will ich hiermit gern tun! Iran ist ein wunderbares und extrem freundliches Land. Ich fahre nun in die Stadt Tabriz – nun muss ich nur noch das Haus von meinen Couchsurfern finden. Es ist nicht einfach, durch die Stadt durch zu kommen, was nicht nur an dem Verkehr liegt, sondern auch an den Menschen, die alle Fotos mit mir machen wollen und sich mit mir unterhalten. Das witzigste waren zwei junge Frauen, die meinen Teddy extrem toll fanden. Kurz verschwunden, holten sie mich bald mit dem Auto wieder ein – in der Zwischenzeit sind sie in einem Laden gewesen, um ein kleinen runden knall grünen Teddy zu kaufen er hatte auch noch einen Zettel am Fuß dort stand auf Farsi drauf: „Herzlich Willkommen in Iran, wir wünschen dir eine gute Reise!“. Wow – echt cool! Der Teddy ist inzwischen in Deutschland – ein Mascottchen der Größe ist mehr als genug!
In Tabriz bleibe ich gleich einige Tage und entscheide mich letztendlich mit dem Bus bis nach Mashhad zu fahren. Ich wollte es eigentlich mit dem Rad fahren, dann aber hätte ich mein Visum für Usbekistan verlängern lassen müssen – also entschied ich mich nach langem überlegen diese lange Strecke mit dem Bus zu fahren.
In Mashhad muss ich mich hauptsächlich um mein Turkmenistanvisum kümmern. Da es in der Stadt selbst nicht viel spannendes zu sehen gibt Reise ich zusammen mit „Tom“ aus den Niederlanden nach ein paar Tagen mit dem Bus nach Yazd - eine sehr alte Wüstenstadt. Die Stadt habe ich sehr genossen, bevor ich wieder zurück fuhr. Zurück in Mashhad bleibe ich noch einen Tag um am nächsten Tag in Richtung Turkmenistan aufzubrechen.
In Mashhad lerne ich im übrigen Jorma und Aziza kennen. Zwei Radler ebenfalls aus den Niederlanden, mit denen ich mich sehr gut verstehe – wir werden uns wieder treffen.
Dennoch – gerade in Mashhad wird mir immer klarer, was es für ein Leben im Iran ist. Wie schon in der Überschrift angedeutet – Iran ist wie ein Gefängnis, aber ein sehr schönes und nettes. Es ist doch relativ viel verboten. Viele Sorten von Musik, tanzen, Alkohol, viele Internetseiten sind gesperrt, als Mann kann man nicht mit kurzen Hosen durch die Straßen laufen, als Frau muss man gar ganz bedeckt sein – sprich die Arme, Beine etc. müssen bedeckt sein ebenso haben sie ein Kopftuch zu tragen. Im Bus ist die hintere Hälfte für Frauen und die vordere für Männer, außerden
Man könnte noch viele weitere Beispiele aufzählen. Viele Iraner versuchen sich aber dagegen zu wehren. So sieht man z.B. viele Frauen, die ihr Kopftuch auf „halbacht“ tragen.
Ich persönlich bin gespannt, wie lange sich die vielen Verbote und Regeln in Iran noch halten werden..
Weiter geht’s – radeln in der Wüste! Einen Verkehrsunfall sehe ich noch an meinem Abfahrtstag. Ein Auto ist über die Füße einer sehr alten Frau gefahren. Mein Erste Hilfe Set wird das erste Mal geöffnet. Von ihren Füßen ist nicht mehr viel übrig geblieben man sah eigentlich nur Knochen und Sehnen. Als der Rettungsdienst nach rund 15 Minuten dann mal eintrudelte wurde mir schnell klar, dass ich wirklich hoffe, dass ich diesen hier hoffentlich nicht brauche!! Ich will euch die Einzelheiten ersparen. Aber selbst Desinfektionsmittel für die Hände, nachdem ich fragte war nicht vorhanden...
Nach ein paar Tagen erreiche ich die iranisch/turkmenische Grenze! Relativ problemlos verläuft der Grenzübertritt auch wenn meine Sachen durchsucht werden. Und das ganze prozedere einige Zeit in Anspruch nimmt. So bin ich über 2 Stunden an der Grenze (nur die turkmenische Seite!).
Grenzer:“Drugs?“
Ich:“No drugs!“
Grenzer:“Kalaschnikov?“
Ich:“ähh no!“ - ne Panzerfaust hatte ich auch noch mit ;)
Soo ab nun Turkmenistan – 5 Tage Transit – dann muss ich durch sein – nur Wüste! Also keine Zeit was anzugucken oder mal einen Tag nicht Rad zu fahren...
Freitag, 23. Juli 2010
Reisebericht Türkei
4Wochen, 2000km, etliche Höhenmeter, unzählige Chais (Tee), Sonne, Strand, Berge, viel Schweiss, tolle Sonnenuntergänge, unwahrscheinlich gastfreundlich Menschen – in einem Wort – TÜRKEI
13.05.2010 – 10.06.2010
Das Türkeilabenteuer beginnt für mich schon an der Grenze. Mit einer unglaublichen Gastfreundschaft werde ich von den türkischen Beamten begrüßt. Mein Ausweis ist dabei eher Nebensache – viel interessanter ist mein Fahrrad, meine Tour und vor allem meine Kamera. So macht der Grenzpolizist etliche Fotos mit meiner Kamera und freut sich unglaublich mit einer D90 zu fotografieren. Das war und wird wohl auch mein nettester Grenzübertritt dieser Tour sein. Eine sehr gut ausgebaute Straße – kein Vergleich zu Rumänien oder Bulgarien führt mich in meine erste türkische Stadt Kirklareli! Auf dem Ortsschild steht folgendes: Kirklareli Nüfus:62000 Rakim:203.
Es dauerte einige Zeit, bis ich raus finde, dass Nüfus Population und Rakim Höhe meint.
Ich schaffe es genau zum Schulschluss an einer Schule vorbei zu fahren und so dauert es nur wenige Sekunden, bis ich von interessierten Kindern umzingelt bin. Sie erproben auch gleich ihr Englisch:“What's your name?,Where are you from? How old are you?...“ Ich werde direkt von einem netten Türken durch die Stadt geführt und er zeigt mir, wo ich Geld abheben kann etc. Ich werde auch gleich zu jemandem gebracht der Deutsch spricht. In der Türkei fiindet man so gut wie überall jemanden, der Deutsch spricht – extrem praktisch.
Nach rund 2 Stunden verlasse ich die Stadt.
Schon kurz nach der Stadt läuft mir dann die erste türkische Landschildkröte vor die Räder. Es soll die erste von vielen sein – man findet diese wundervollen Tiere überall – ebenso wie Schlangen, die hauptsächlich in den Bäumen leben – und laut Aussage der Türken auch gefährlich sind.
Die türkische Gastfreundschaft ist schier grenzenlos! Es ist der Wahnsinn, wie viele Einladungen ich bekomme – es ist schier unmöglich alle anzunehmen. Kurz vor Istanbul bringt nehme ich eine Einladung an. Ich esse einen Döner, trinke Fanta und unterhalte mich rund eine Stunde mit den Männern, welche mich eingeladen haben. Als ich weiter fahre komme ich gerade 400 Meter weit – die nächste Einladung bei einer Familie, die ich einfach nicht ausschlagen konnte. Schon vor der Einladung vollkommen gesättigt muss ich noch eine warme Mahlzeit essen, ebenso wie türkische Süßigkeiten. Nach einer ganzen Zeit fahre ich dann aber doch weiter – die Metropole Istanbul wartet. Es ist ein komisches Gefühl in eine mit dem Fahrrad zu fahren, in der sagen wir mal „andere Verkehrsregeln“ gelten als in Europa und in der rund 20 Millionen Menschen leben. Letzendlich gestaltet es sich aber als relativ einfach durch Istanbul zu radeln und die blaue Moschee zu finden, wo ich mich mit meinem Couchsurfer Ahmed treffe.
Und so verbringe ich 6Tage auf der asiatischen Seite Istanbuls – in Kadiköy. Ahmed und ich werden über die Zeit gute Freunde und stehen noch immer in Kontakt – Facebook machts möglich.
Über Istanbul könnte man, wenn man wollte einen eigenen Reisebericht oder gar Bücher schreiben. Kurzum will ich behaupten, dass Istanbul eine Stadt ist, die man gesehen und erlebt haben muss! Allein das Essen ist der Wahnsinn – und hier in Usbekistan kann man die türkische Küche echt vermissen!! Kurzum habe ich eine sehr gute Woche mit einer Menge an sehr gutem Essen, Bier und Wasserpfeife.
Nach Istanbul geht es nun weiter am schwarzen Meer. Das schwarze (oder tote Meer) heißt im übrigen so, weil dort in der Vergangenheit sehr viele Fischer gestorben sind, die bei fast jeden Wetter in See gestochen sind und dabei nicht selten ihr Leben ließen. Sie hatten jedoch keine andere Wahl, da damals fast jeder in der Region vom Fisch gelebt hat.
Von Istanbul brauche ich 4 Tage bis nach Zonguldak, wo ich meine nächsten Couchsurfer habe. Ich bleibe ganze 3 Nächte in Zonguldak und komme dort tatsächlich noch ins Fernsehen und in zwei Zeitungen. Ich bin dort bei einem sehr netten Ehepaar untergekommen. Vor allem das Essen dort genieße ich sehr – wie gesagt die türkische Küche... Wahnsinn. Vor allem was alles aufgetischt wurde – unglaublich – in der Türkei geht nicht einmal ein Radfahrer hungrig ins Bett ;)
Einen Tag verbringe ich mit Bayans (die Frau vom Couchsurfingpärchen) Vater -auch wenn wir uns nicht verständigen konnten, war es ein unglaublich toller Tag. Das war ein Tag mit sehr vielen Beispielen türkischer Gastfreundschaft. Zusammen gehen waren wir eine ganze Weile in einem Baumarkt, der auch jemandem von der Familie gehört. Er fragte mich, ob ich Hunger hätte – ich verneinte. Es scheint furchtbar für die Türken zu sein, wenn sie einen Gast haben und dieser nichts isst (weil er gerade erst reichhaltig gefrühstückt hat). So kommt auf jeden Fall nach ein paar Minuten ein Angestellter zurück in den Baumarkt – mit einem großen Eis, welches – natürlich für mich war...
Ich hatte es gerade fertig, kommt wieder einer mit einem Döner, den ich auch noch essen musste und so ging das eine ganze Zeit weiter. Ich wurde so mit Essen vollgestopft, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Und am Abend war ich auch noch zum Essen eingeladen!!!! - Es war bereits früher Abend, als wir die Stadt verlassen und wieder nach Hause fahren. Und so viel ich abends mit einem Kugelrundem Bauch ins Bett. Am nächsten Morgen hatte ich noch ein kleines Pressemeeting, mit 2 lokalen Zeitungen und einem Fernsehsender, bevor ich mich weiter auf den Weg mache.
Und es wird natürlich wieder bergig – aber ich bin froh, wieder „on the road zu sein“. Weit komme ich mal wieder nicht – gerade einmal 20km bis zu einer unglaublich netten Einladung.
''Hejj – Where are you from??“ Höre ich ein junges Mädchen von weitem rufen.
''Germany'' rufe ich zurück – und was kommt als Antwort zurück? - ''Ahh na dann können wir ja auch Deutsch sprechen...“
Auch wenn es kein großes Problem ist in der Türkei Menschen zu finden, die Deutsch sprechen, war ich von diesem flüssigen Deutsch doch recht überrascht. Wie sich dann aber herausstellte sind die beiden Schülerinnen in Deutschland geboren und sind nur zum Urlaub bei ihren Verwandten in der Türkei. Und eine Hamburgerin habe ich dort tatsächlich auch kennengelernt!
Letztendlich war ich rund zwei Stunden bei der Großfamilie und hatte eine Menge Spaß mir ihnen. Ich bin auch tatsächlich kurz davor ihre Einladung zum bleiben anzunehmen entscheide mich dann aber doch diesem Tag doch noch weiter zu fahren. Nach einigen Fotos verlasse ich die nette Großfamilie dann.
Es wird – welch wunder wieder bergig. Aber die Landschaft ist wunderschön und ich genieße die gute Straßenqualität, die „downhills“ die Aussichten aufs schwarze Meer und auch noch ein Bad im selbigen.
Ich komme auch in eine kleine, unglaublich schöne und deshalb auch touristische Hafenstadt in der ich eine ganze Zeit verweile und am Strand mein Brot, Eis und Cola genieße.
Lange überlege ich, ob ich vielleicht in dieser Stadt bleibe – entscheide mich dann aber weiter zu fahren, um Geld zu sparen. Belohnt werde ich abermals nach einem sehr anstrengendem „uphill“ mit einem wunderschönen Platz für mein Zelt. Hoch in den Bergen, mit einer wundervollen Aussicht aufs Meer, Wasserzugang von den Bergen und dem wohl bisher schönsten Sonnenuntergang der Tour.
Auf dem Weg zu diesem wundervollem Platz treffe ich einen alten Mann. Und so kommt es, dass das erste Mal jemand meine Einladung annimmt. Normalerweise werde immer nur ich eingeladen und so versuche ich auch den Menschen etwas „zurück zu geben“ er genießt sichtlich die Banane und ein paar Süßigkeiten. Er war ein sehr armer Schäfer mit einem unglaublich großem Herz. Ich habe von diesem einfachen Mann wirklich etwas gelernt! Er schenkt mir eine selbstgeflückte Blume, welche unglaublich gut riecht! Er flückt sich selbst auch eine und verlässt mich – er ist zu Fuß auf dem Weg in sein Dorf – rund 15km eine Passstraße bergauf... Ich hole ihn bald ein – er hat noch immer seine Blume und riecht immer wieder an ihr und erfreut sich seines Lebens.
Ich mache das Gleiche und erfreue mich ebenfalls an diesem simplen Geschenk der Natur! Die Menschen dort können sich wirklich an kleinen Dingen erfreuen. Ich denke diesen Abend bei dem Sonnenuntergang – und der Blume viel über den Mann nach. Man braucht nämlich keinen Fernseher, Auto... um glücklich zu werden. Die glücklichsten Menschen die ich bisher getroffen habe, waren immer sehr einfache und arme Menschen.
Am nächsten Morgen geht es weiter – Fahrtrichtung: Osten! Die nächste Stadt Samsun wartet auf mich!! Ich strample mich weiter durch die Berglandschaft – häufig mit wundervollen Aussichten aufs Meer, durch schöne Wälder und sehr schwach befahrenen Landstraßen geht es weiter. Ich komme in einen Landstrich, der mich sehr stark an die Schweiz erinnert. Die Berge und die Häuser ähnelten denen in der Schweiz sehr stark. Ich sehe immer wieder Frauen in farbenträchtigen Kleidern auf den Feldern vor ihren Häusern arbeiten und komme auch an vielen kleinen Gebirgsbächen vorbei.
An diesem Abend bekomme ich eine wundervolle Einladung von einem netten türkischen Ehepaar. Ich schlafe im Wohnzimmer, kriege eine wundervolle Mahlzeit und genieße eine Dusche. Die beiden sprechen Deutsch, was die Kommunikation erheblich einfacher macht ;) Dabei lernt man wohl am meißten, weil man wirklich versteht, was erzählt wird. Am nächsten Tag geht es relativ spät weiter, was vor allem an dem ausgedehnten Frühstück liegt. Wieder nach ein paar Fotos verabschieden wir uns und ich strample weiter.
Das wohl interessanteste an diesem Tag sollen tatsächlich ein paar Kühe werden!Kühe!?
Diese Rasse von diesen Wiederkäuern habe ich auf jeden Fall das erste Mal in meinem Leben gesehen. Sie standen direkt an der Straße auf einem Grünstreifen. Ganze drei an der Zahl. Ich habe bisher selten ein Tier gesehen, welches so extrem gelangweilt drein schaut. Selbst ein Leguan im Zoo, welcher sich alle paar Minuten mal bewegt strahlt mehr aus. Als sie mich allerdings sahen wechselte das Bild ein wenig – nun sahen sie eher aggressiv und gelangweilt aus. In den nächsten Minuten muss ich tatsächlich lachend weiter fahren, weil ich lange das Bild von den Tieren in meinem Kopf habe, wie sie langsam und sehr ausgedehnt ihre Mäuler in halbkreisförmigen Bewegungen zum fressen nutzen. Ich ärgere mich ein wenig kein Video davon gemacht zu haben.
Am Abend kann ich im wunderschönem Garten eines Restaurants mein Zelt aufschlagen. Ich hab quasi mein eigens Badezimmer, mein Zelt steht direkt am Meer und in den Bäumen lädt eine Hängematte zum relaxen ein. Der Abend wird für mich relativ lang, da ich mich eine ganze Weile mit den Besitzern und den Angestellten unterhalte – und natürlich eine Menge Chai trinke ;) Im übrigen das meine erste türkische Vokabel, die ich gelernt habe...
Am nächsten Tag geht es dann – mal wieder über einige Berge nach Samsun, wo ich bei „Helga“ einer Erasmusstudentin aus Ungarn Couchsurfen bin und ein eigens Zimmer habe! Wow!
Ich bleibe zwei Nächte – oder waren es drei? Hmm. Auf jeden Fall genieße ich auch mal wieder das Stadtleben: Cafés, Diskotheken, Bars, Bier, gutes Essen... Und: ich gehe das erste Mal in meinem Leben zu einem „Ber Ber“. Sprich mir werden nach langer Zeit mal wieder die Haare geschnitten und mein Bart wird das erste Mal mit einem richtigem Rasiermesser entfernt. Das war ein echt gutes Gefühl. Man hat nach so einer Rasur wirklich das Gefühl, dass die Haut atmet.
Frisch rasiert geht es nun weiter! Und so radel und radel ich! Nächstes Etappenziel in der Türkei ist Trabzon! Kurz vor dieser Stadt bekomme ich mal wieder eine sehr nette Einladung. Das Pärchen soll zu meinen „türkischen Eltern“ werden. Es war unglaublich nett mit den beiden und der abschied am folgenden Tag fällt wohl uns allen schwer. „Ane“ (türkisch Mutter) muss bei dem Abschied auch weinen und es ist tatsächlich ein sentimentaler Moment gewesen.
In der Türkei soll es mit den interessanten Menschen immer weiter gehen. So lerne ich kurz vor Trabzon einen Bootsbauer kennen, der – mal wieder Deutsch spricht. Ich war absolut fasziniert von den Holzbooten, die er baut.
Ich bleibe zwei Tage in der Stadt und lerne sehr nette Leute kennen. Die erste Nacht verbringe ich in einem traditionellem Fischerhaus – in dem ich dann letzendlich den Schlüssel von meinem Fahrradschloss verliere. Die zweite Nacht gehe ich nun doch das zweite Mal seit beginn der Reise in ein Hotel. Es kostete zwar nur 7 Euro/Nacht, aber ich hätte mal mehr investieren sollen... Es hat in dem Zimmer unglaublich gestunken und alles in allem war relativ dreckig! Naja „Free Wireless“ macht es erträglich..
Und am nächsten Tag schummel ich tatsächlich zum ersten Mal und nehme für rund 300km den Bus. Und ich bin tatsächlich schon fast in Iran!!! Ich freue mich! Es soll interessanter werden! Und so komme ich in Agri an. In dieser Region ist noch mehr Militärpräsenz als vorher. Und es gestaltet sich an diesem Abend schwierig einen geeigneten Platz zum zelten zu finden. Ich lande dann auf einem Bauernhof, in dem ich schlafe. An einer Tankstelle mache ich eine „kurze“ Rast. Diese Pause soll sich als eine sehr lange gestalten. Ich bekomme von einem iranischem LKW Fahrer das Angebot, mit ihnen an die Grenze zu kommen. In der Wartezeit kann ich dort tatsächlich Wireless nutzen und spreche über skype mit meinem Vater. Die Angestellten von der Tankstelle wollen es sich nicht nehmen lassen auch mit ihm zu sprechen und ihm ihre Tankstelle zu zeigen. War auf jeden Fall recht amüsant!!
Und so schummle ich für weitere 100km und schlafe direkt an der iranischen Grenze in einem LKW und fahre am nächsten Tag ohne Probleme nach Iran, wo ich in Maku in einem Hotel unterkomme.
Bei der LKW-Fahrt gab es leichte Technikprobleme – und so kam es, dass mein Ducktape einen iranischen LKW-Tank reparierte. Hält vermutlich nun für die nächsten 10 Jahre ;)
Im Iran solls weiter gehen...